Damus - 
neuer Verein 
in Eberswalde

Eberswalde (moz)

Damus (lat.) – wir geben. Der Name ist Programm. Der am Donnerstag gegründete Verein für Gesundheit und Leben Nordostbrandenburg will die Gesundheitsversorgung in der Region verbessern helfen und innovative Projekte fördern. Die Mutter leidet an Multipler Sklerose oder hat Krebs. Sie liegt im Krankenhaus, erhält nach der OP eine Chemotherapie. Der Vater, obwohl noch keine 40, hat einen Schlaganfall erlitten, er kann nicht mehr sprechen. „Ärzte kümmern sich im ,Forßmann‘ um die Eltern. Doch wer fragt, ob sie Kinder haben und wie diese mit der schweren Erkrankung der Mutter oder des Vaters umgehen? Wer kümmert sich um sie, wenn ein Elternteil stirbt?“ Schwere Erkrankungen der Eltern oder gar der Tod können bei Kindern psychische Störungen auslösen, weiß Dr. Hubertus Adam, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Psychiatrie am Martin-Gropius-Krankenhaus. Er möchte deshalb ein präventives Beratungsangebot für betroffene Familien schaffen. Aber wer soll das bezahlen?

Dieses von Dr. Adam geschilderte Vorhaben sei für ihn der Stein des Anstoßes gewesen, sagte der frisch gekürte Vereinsvorsitzende Matthias Lauterbach bei der Vorstellung der Ziele. Die Gesundheitsversorgung in der Region zu garantieren und darzustellen, sei nicht allein Aufgabe der Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG). Gesundheitsversorgung sei eine gesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung, an der ebenso Stiftungen, Verbände oder Vereine mitwirken können und müssen. Anliegen des neuen Vereins sei es, innovative Projekte, für die es (noch) keine „Regelfinanzierung“ gibt, zu fördern und so die Region auch ein Stück „lebenswerter zu machen“. Das Projekt aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie könnte eine Initialzündung haben, so Lauterbach.

Zu den Gründungsmitgliedern von „Damus“ gehören die Sparkassen Barnim und Uckermark, die Barnimer Busgesellschaft, der Energieversorger EWE, das Eberswalder Wohnungsunternehmen WHG, die Stadtwerke Prenzlau sowie die GLG. Dieser „Firmenmix“ komme nicht von ungefähr, wie Ulrich Müller von der EWE bestätigte. Sein Unternehmen sei – ebenso wie die anderen – in der Region verwurzelt. „Wir profitieren vom Wohlergehen der Region. Und deshalb wollen wir etwas davon zurückgeben.“ Man wolle finanzielle Mittel einwerben. Dazu werde man die eigenen Netzwerke nutzen. Aber auch Kommunen, Ämter, Gebietskörperschaften und Privatpersonen können dem Verein beitreten, betonte Lauterbach. Ebenso wie „Damus“ offen für mögliche Projekte und Initiativen sei. Die Hilfe sei keineswegs nur monetär ausgerichtet. „Unter Umständen hapert es ja auch an der Infrastruktur“, so der Vorsitzende. Oder an bürokratischen Hürden.

Quelle: www.moz.de vom  22.01.2011 Viola Petersson